WebSozis Zitate

Schroeck - Leopoldshafen

Wie wurde aus Schröckh der Ort Leopoldshafen?


Im Mai 1833 wandten sich der Ortsvorstand und der Handelsstand, d.h. die Betreiber des Hafens, von Schröckh bei Eggenstein mit folgender Eingabe an den seit 1830 regierenden Großherzog Leopold:

Durchleuchtigster Großherzog, gnädiger Fürst und Herr!

Ehrfurchtvollste Bitte des Ortsvorstandes und des Handelsstandes von Schröck um die gnädigste Verleihung der gütigen Erlaubnis, zukünftig den Ort und Hafen Schröckh "Leopoldshafen" nennen zu dürfen.

Wie sollten wir unseren Nachkommen das Andenken an den geliebten Fürsten mehr erhalten können, als wenn wir Seinem Werke Seinen Höchsten Namen geben!

Worte hallen leer gegen das innige Gefühl der Dankbarkeit das uns durchdringt, kein Mittel steht uns zu Gebot, unseren innigsten Dank dem edlen Fürsten, für so viele Gnade und Huld an den Tag zu legen, als Bitte an Dank zu reihen, und das Schönste zu verlangen, den Namen unseres innig geliebten Fürsten. Mögen daher Euer Königliche Hoheit gnädigst geruhen, uns zu erlauben, das Werk der höchsten Gnade, den Hafen von Schröck, und den Ort gleichen Namens, in Zukunft
Leopoldshafen
nennen zu dürfen.

Mit tiefster Ehrfurcht verharren Euer Königlichen Hoheit treu gehorsam

Der Ortsvorstand:
Bürgermeister Schmidt
Gemeinderath Scharr
Gemeinderath Hauf
Gemeinderath Nagel Der Handelsstand:
Ernst Glock
Johann Friedrich Müller
Heinrich Rosenfeld
Gustav Schmieder
C. J. Glattetreu

Was den Gemeinderat letztendlich zu diesem Schritt veranlaßte, kann heute nicht mehr detailliert beantwortet werden. Als ein bloßer Akt unterwürfiger Liebesdienerei ist er jedenfalls nicht zu verstehen. Die heute unverständliche Sprache entsprach dem Stil der damaligen Zeit.

Vielleicht erhoffte sich insbesondere der Handelsstand durch einen solchen Vorstoß ein größeres Interesse des Karlsruher Hofs an dem schon seit dem Mittelalter bestehenden Hafen zu wecken und dadurch einen wirtschaftlichen Aufschwung zu bewirken. Die Zeit schien günstig, denn unter Großherzog Ludwig wurde der Hafen weiter ausgebaut.

Der Minister v. Klüber vermerkte die Entscheidung Leopolds auf der Eingabe:

Seine Königliche Hoheit der Großherzog lassen die gegenwärtige Vorstellung der Ministerium des Innern mit dem Bemerken zu fertigen, daß Höchstdieselben dem darin vorgetragenen Gesuche mündlich willfahrt haben, und danach das geeignete nunmehr von Seiten des Ministeriums zu erlassen ist.

Karlsruhe, den 31. Mai 1833.

Bereits am 4. Juni 1833 unternahm das Badische Ministerium des Innern die notwendigen Schritte, und am 15. Juni 1833 wurde die Namensänderung durch die Großherzoglich Badische Regierung des Mittel-Rheinkreises amtlich.

Seitdem trägt Schröck den Namen Leopoldshafen.
Dies war nunmehr vor 165 Jahren.

Quelle: Festvortrag von Dr. Klaus Häfner am 14.9.97 in der Rheinhalle Leopoldshafen

Erstellt von: Jürgen Haase und Dr. Helmut Neck

Downloads

EUROPA

WebsoziInfo-News

20.09.2020 16:31 Startschuss zur Umsetzung der Nationalen Demenzstrategie
Heute ist Welt-Alzheimertag. SPD-Fraktionsvizin Bärbel Bas hält es für ein wichtiges Signal, dass in dieser Woche die Umsetzung der Nationalen Demenstrategie beginnt. „Es ist ein wichtiges Signal, dass in dieser Woche der Startschuss zur Umsetzung der Nationalen Demenzstrategie fällt. Damit sollen 162 konkrete Maßnahmen umgesetzt werden, um das Leben für die Demenzkranken lebenswerter zu gestalten.

20.09.2020 16:29 Rassismus-Studie wäre im Sinne der Polizist*innen
SPD-Fraktionsvize Dirk Wiese kann nicht nachvollziehen, dass der Innenminister eine Rassismus-Studie bei der Polizei ablehnt. Sie wäre im Sinn der Polizist*innen, die auf dem Boden des Grundgesetzes stehen. „Dass sich Horst Seehofer trotz der Aufdeckungen bei der Polizei in Mülheim weiterhin stur gegen eine unabhängige Studie stellt, ist falsch und nicht nachvollziehbar. Eine Studie, die

17.09.2020 15:49 Regeln für Waffenexporte
„Restriktive EU-Kriterien wichtiger als Wirtschaftsinteressen“ Zu den Waffenexport-Jahresberichten der EU-Mitgliedstaaten hat sich das Europäische Parlament am heutigen Mittwoch, 16. September 2020, in einem Initiativbericht positioniert. Joachim Schuster aus dem Unterausschuss für Sicherheit und Verteidigung: „Verbindliche EU-Kriterien für Waffenexporte sind wichtiger als Wirtschaftsinteressen.  Auch in mehreren anderen wichtigen Punkten des Parlamentsberichts konnten sich die Sozialdemokratinnen und

Ein Service von websozis.info

Counter

Besucher:702337
Heute:16
Online:1

Suchen