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SPD Eggenstein-Leopoldshafen

Die Belle am Rhein

Alle Bürgerinnen und Bürger kennen die "Belle". Es ist der Platz am Rhein bei Eggenstein, an dem viele Ausflügler Rast machen und den Ausblick auf den großen Strom und die Reize der Auenlandschaft genießen.

Warum er so heißt, wissen wohl nur wenige. Laut Ortschronik geht der Name auf eine Pappel zurück, die wegen seiner Größe und Schönheit diesen Namen bekam und die, so die Erzählung, in einer Gewitternacht von einem Blitz gefällt wurde. Pappeln heißen auch heute noch in der pfälzischen Mundart "Bellen".

Ein Schelm ist, wer hier Bezüge zum "Pappel-Krieg" in den 90er Jahren vermutet. Angesichts des jüngst verabschiedeten 10jährigen Forsteinrichtungswerkes muß hier die Frage erlaubt sein, wann Eggenstein-Leopoldshafen zur "pappelfreie Zone" werden wird.

Anno 1922 hat der Eggensteiner Heimatdichter Fritz Köhler die Geschichte des Baumes in einem früher sehr bekannten Gedicht beschrieben.

Die Belle

Dort draußen am Rhein in stand die große Belle,
jetzt steht nur der Stumpf noch an selbiger Stelle.

Es war ein alter und ehrwürdiger Baum
und sieben Mann umspannten ihn kaum.

Sie hatte als früher von Gesundheit gestrotzt,
jahrhundertelang Sturm und Wetter getrotzt.

In letzter Zeit nur noch Rinde und Splint,
hat sie nun zerrissen ein Wirbelwind.

Der Platz war bekannt als Ausflugsort,
manch frohes Fest ward gefeiert dort.

Manch Liebespaar hat, wie ihr alle wißt,
im Schatten des Baumes sich einst geküßt.

Nun ist er gefallen, der stolze Baum.
Die Vergangenheit ist nur ein schöner Traum.

In einer schwarzen Gewitternacht,
da hat ein Sturm ihn zu Fall gebracht.

Da lag er nun der gewaltige Recke
am kleinen Hafen an der linken Ecke.

Manch kleiner Baum hat noch sterben müssen,
beim Fallen des Riesen mit hingerissen.

Der gewaltige Baum. einst des Waldes Stolz,
gab ohne den Stumpf bei acht Klafter Holz.

Nun ist sie zerkleinert, die große Belle.
Der Akkordant war der Wirtlers Elle.

Fünf andere Männer allhier bekannt,
die werden als seine Helfer genannt.

Für jetzt und auch für die spätere Zeit,
zur Erinnerung in diese Begebenheit.

Der Heinrich Neck und der Schreiber Fritz,
die haben da draußen gar sehr geschwitzt.

Dürr August, der Wärter vom Farrenstall,
und unser Feldschütz, der Schulze Karl,

Karl Zimmermann, manchmal auch "Kaale" genannt,
als tapferer Holzhacker gar wohl bekannt.

Zum Schluß meine Wenigkeit der alte Köhler,
heut ist mir ganz wohl, doch am Zahltag noch wöhler.

Anno Zweiundzwanzig in der Silvesternacht,
da hab ich mir diese Reime erdacht.

Fritz Köhler, Eggenstein, 1922

Erstellt von: Jürgen Haase und Dr. Helmut Neck

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