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Geschichte Eggenstein-Leopoldshafens

Zeittafel

Ortsgeschichte der früher selbständigen Gemeinden Leopoldshafen und Eggenstein als Teil der badischen Geschichte

Jungsteinzeit: Pfahlbauten bei Eggenstein, Rußheim und Graben.

500 Nach der Völkerwanderung, also um rund 500 n.Chr., dürfte auch der Ort Eggenstein entstanden sein.

763 Gründung des Klosters Lorsch, geweiht dem heiligen Nazarius. Es war die Zeit des Frankenkönigs Pippin des Kurzen, des Vaters Karls des Großen. Auch unsere Gemeinde gehörte politisch zum Herzogtum Franken.

765 Erste urkundliche Erwähnung von Eggenstein in einer Schenkungsurkunde des Ehepaares Harbo/Herbo und Rutlind/Rotlind. Sie überließen am 13. Juni 765 ihren ganzen Besitz "Hecinstein" (Eccansten) dem Abt Gundeland vom Kloster Lorsch.

774 Im Lorscher Codex wird ein weiteres Dorf erwähnt, das "Freckestatin" oder "Freccanstetten" genannt wird. Nach einer Urkunde aus dem Jahr 1160 muß der Ort zwischen Schroeckh und Linkenheim gelegen und bis 1177 bestanden haben. Es bestand sicher zum Schluß nur noch als Hofgut.

784 Am 1. Juli schenkten Gerold und seine Gemahlin Imma ihr Eigentum in Eckenstein dem Kloster Lorsch. Politisch gehörte dieses Gebiet zum Ufgau, also dem rheinischen Gebiet zwischen Oos und Pfinz. Dieser zerfiel politisch im 9. und 10. Jh. in mehrere Grafschaften. Unsere beiden Gemeinden fielen der Grafschaft Forchheim zu. Die Gemarkung von Eckenstein war zur Zeit der Gründung des Ortes viel größer als heute. Durch die Gründungen von Schroeckh 1160 und Neureut 1260 werden große Teile abgetrennt.

805 Zwischen 805 und 813 vermachte ein gewisser Augart alle seine Huben, Wiesen, Wald und Gewässer zu "Eckenstein" dem Kloster. Die Schreibweise "Eckenstein" hält sich bis zum 19. Jahrhundert. Seit Mitte des 19. Jh. lautet die amtliche Schreibweise "Eggenstein". Der Ursprung des Teilnamens "Ecken" könnte auf den Namen Ecco/Hecco zurückgehen oder auf das althochdeutsche Ecca. Dies bedeutet "Vorsprung" (vielleicht der halbinsel- förmige Vorsprung des Hochgestades gegen den Rhein). Das Wort "Stein" deutet auf Haus/Burg. Der Name "Eckenstein" könnte demzufolge lauten = "Haus auf dem Vorsprung".

999 Erste urkundliche Erwähnung eines Zähringers (= altes badisches Herrschergeschlecht mit Stammsitz in Südbaden).

1074 Hermann I aus dem Hause Zähringen erhält vom Kaiser einen Teil Südbadens zugesprochen Der Name war "Markgräfler Land". Später Ausdehnung nach Norden. Teilung des Landes in drei Teile (Markgräfler Land, Baden-Baden, Durlach).

1094 Gründung des Klosters Gottesaue, Bestätigung durch König Heinrich V am 16. August 1110.

1103 Erste Erwähnung des Nachbarorts Knielingen ("Cnodelingen") im Eigentum des pfälzischen Klosters Hördt. Der Ort gehörte ab

1110 zum Kloster Gottesaue.

1147 Gründung des Klosters Maulbronn als Zisterzienserkloster.

1149 Gründung des Klosters Herrenalb als Zisterzienserkloster.

1160 Erste Erwähnung des Hofes "Schrag". Der Schroeckher Hof gehörte anfänglich den Herren von Calw und stand damit im Einflußbereich des schwäbischen Grafengeschlechts der Hohenstaufer. Neben dem Hofgut entstand ein Klösterlein, das zum Kloster Gottesaue gehörte Später Schenkung durch die Grafen von Calw und die Grafen von Eberstein an das Kloster Maulbronn.

1160 Erste Erwähnung einer Kirche in Eckenstein.

1181 Nennung von "Srecke" - spätere Schreibweisen: Schreck, Schroeckh, Schröck Bedeutung: "Ort am Hochufer".

1254 Von 1254 bis 1547 gab es westlich von Eckenstein einen Ort namens Altstetten. Der Gewanname Altstetter Feldn mag daher kommen.
1479 war dort nur noch der "Gottesauer Hof zu Altstätten" zu finden (siehe auch 1547).

1260 Neureut wird erstmals in einem Vertrag zwischen dem Markgrafen von Baden und dem Kloster Gottesaue erwähnt.

1275 Markgraf Rudolf I überläßt dem Kloster Gottesaue das Dorf Eckenstein gegen eine jährliche Abgabe von Naturalien (der Ort war dem Kloster bis zur Reformationszeit 1556 unterstellt).

1297 Gründung des Ortes Wiesental bei Philippsburg.

1390 Erste Erwähnung einer Personenfähre in Schroeckh mit 3 Nachen, einem Fahrzeug zum Transport von Pferden und einem Eichenkahn. Die Fähre befand sich damals am heutigen Bachkanal bei der Hafenstraße.

1400 Im 15. Jh. gehört Schroeckh dem Markgrafen von Baden durch Tausch gegen Güter bei Besigheim/Württemberg.

1480 In Eckenstein wird die Kirche im gotischen Stil errichtet.

1482 Eckenstein hat ca. 300 Einwohner.

1492 Schroeckh hat 20 Einwohner.

1497 In Bretten wird der Humanist Philipp Melanchthon geboren.

1517 Luther schlägt am 31. Oktober seine 95 Thesen an die Schloßkirche von Wittenberg.

1517 Der Untergrombacher Fritz Johs vereinigt unter dem Symbol des "Bundschuh", dem einfachen, aus Riemen gebundenen Bauernschuh, 7.000 Anhänger und fordert die Abschaffung der Leibeigenschaft und den Zugang aller Dorfbewohner zur Allmende. Bauernaufstände in Süd- und Mitteldeutschland enden mit dem Tod von rund 75.000 Bauern bei Schlachten und Massakern durch das Heer des Schwäbischen Bundes unter Georg Truchseß von Waldburg.

1525 Kloster Gottesaue wird von den Bauern belagert, eingenommen und geplündert, die Mönche werden verjagt.

1533 Teilung des Landes in die zähringer Linie Baden-Durlach und Baden-Baden.

1536 Gründung einer Ziegelei im Besitz der Gemeinde Eckenstein. Bis zum Jahr 1900 gab es weitere Ziegeleien von Bayer&Co und von Louis Neck.

1547 Die nach Kloster Gottesaue zurückgekommenen Mönche verkaufen der Gemeinde Eckenstein den Altstetter Hof. Das Gebäude wurde abgetragen und als Ackerland umgewandelt. Es wird das "Altstetter Feld" genannt.

1556 Die Bewohner werden evangelisch, nachdem am Markgraf Karl II zur lutherischen Lehre übergetreten ist Das Kloster Gottesaue kam unter markgräfliche Verwaltung. Gleichzeitig ging der gesamte Besitz des Klosters an Äckern und Gütern in das Eigentum des Markgrafen über.

1556 Das "Klösterlein" in Schroeckh gehörte zum Markgräflichen Kammergut Gottesaue.

1600 Im 17. und 18. Jahrhundert wurde auch in Eckenstein die Pflanze Krapp angebaut. Dies war eine Handelspflanze, aus deren Wurzel ein roter Farbstoff, die Färberröte, gewonnen wurde. Von diesem Namen leitet sich der Übername "die Krappen" für die Eggensteiner ab.

1602 Umwandlung des "Klösterleins" in Schroeckh zur Glashütte.

1618 Beginn des 30-jährigen Krieges (1618-1648) - Not und Elend in der gesamten Region. Die Pest fordert viele Todesopfer.

1638 Schroeckh hat 20 Einwohner

1644 Kaiserlich-österreichische Truppen werden in Schroeckh einquartiert. Beim Lagerplatz "Im Heckfeld" entstand ein Waldbrand, der 30 Morgen Wald vernichtete.

1648 Am Schulunterricht in Eckenstein nehmen auch die Kinder von Schroeckh bis zum Jahr 1699 teil.

1689 Im Zuge des pfälzischen Erbfolgekrieges von 1689-96 wird Eckenstein von den französischen Truppen unter General Melac fast vollständig zerstört. In Eckenstein wird das Rathaus durch Brand zerstört.

1694, 1712 setzten bei Schroeckh große Heeresteile im Kampf gegen die Franzosen über.

1698 Eckenstein hat 200 Einwohner.

1699 Im Rathaus in Schroeckh wird eine Schule untergebracht.

1700 Ab dem 18. Jahrhundert gibt es in Eckenstein zahlreiche Handwerker. Bis dahin waren lediglich Dorfschmiede und Müller anzutreffen. Im Jahr 1850 gibt es in Eckenstein bereits 68 Handwerker, darunter Bierbrauer, Dreher, Färber, Hafner, Leinenweber, Seiler, Ziegler, Wagner und Sattler.

1700 Die Goldwäscherei ist in der Zeit von 1700 bis 1850 in Eckenstein und Schroeckh ein wichtiger Gewerbezweig.

1702 Schroeckh hat 120 Einwohner.

1706 Im Hafen von Schroeckh wird die holländische Jacht stationiert, die Markgraf Carl Wilhelm von Baden kaufte.

1706 Im Zuge des spanischen Erbfolgekrieges von 1701-1714 liegen die schwäbisch-fränkischen Kreistruppen in Eckenstein im Winterquartier.

1709 Schroeckh hat 50 Einwohner.

1715 Gründung der Stadt Karlsruhe durch Markgraf Karl Wilhelm.

1720 Von 1720 bis 1755 kommt es im Hotzenwald (Waldshut) zu Bauernaufständen ("Salperer-Unruhen"). Hintergrund sind Bestrebungen des Klosters St. Blasien, die bäuerliche Selbstverwaltung einzuschränken. Die Aufstände enden schließlich 1755 mit der Zwangsumsiedlung nach Siebenbürgen.

1726 Eckenstein baut sein zweites Rathaus - das erste war im Kriegsjahr 1689 zerstört worden.

1738 Karlsruhe wird Residenz.

1746 Karl Friedrich wird Markgraf von Baden. Das Land Baden hat ca. 90.000 Einwohner.

1748 Errichtung eines Lagerhauses am Hafen in Schroeckh nach Holländer Bauart.

1750 Etwa von 1750 bis 1850 wird im Tiefgestade von Eckenstein nach genauen Richtlinien des Landesherrn Torf gestochen.

1753 Einführung der allgemeinen Schulpflicht in Baden.

1758 Die markgräfliche Glashütte in Schroeckh wurde an einen Privatmann verkauft.

1758 Besonders schwere Hochwasser-Katastrophe in Eckenstein und Schroeckh.

1760 Die ersten Kartoffeln werden in der Gemeinde angebaut.

1764 Eckenstein hat 571 Einwohner.

1767 Abschaffung der Tortur in Baden.

1771 Die Baden-Badener Linie stirbt aus; Zusammenlegung nach 250 Jahren mit Baden-Durlach.

1772 Das goldene Hufeisen auf rotem Grund (= badische Farben) wird zuerst das inoffizielle und ab 1807 das offizielle Ortswappen von Eckenstein. Es wird auf eine ausgedehnte Pferdezucht in Eckenstein zurückgeführt.

1779 Carl Georg Bütenmeister erhält das Privileg, eine großherzogliche Poststation in Schroeckh betreiben zu dürfen. Sie bestand bis 1822. Das auch als "Gasthaus zur Post" geführte Wirtschaftsgebäude erhält den Namen "Englischer Hof".

1780 Verlegung des Friedhofs in Eckenstein von der Kirche zum heutigen Ort. Der Ort umfaßt bis zum Ende des 18. Jh. das Gebiet der heutigen Hauptstraße - Schützenstraße bis etwa zur Krautenau. Danach erfolgt eine Ausweitung in Richtung Bahnhofstraße - Werderstraße. Anfang des 19. Jh. erfolgt die Ausdehnung nach Süden.

1780 Eckenstein hat 200 Einwohner.

1783 Abschaffung der Leibeigenschaft in Baden.

1785 Ein großes, mit Kaffee und Zucker beladenes Schiff läuft kurz vor der Einfahrt in den Hafen von Schroeckh auf Grund.

1789 Französische Revolution ("Jakobiner-Bewegung") im Baden.

1792 1. Koalitionskrieg (1792-97): 5.000 badische Soldaten müssen mit Napoleon in den Krieg ziehen.

1792 Das Handelshaus Merian & Co gründet eine Speditions-Niederlassung in Schroeckh. Bald darauf folgt die traditionsreiche Firma Müller & Krämer.

1793 Vom Rheinisch-Deutschen Nationalkonvent wird die Mainzer Republik ausgerufen. Sie umfaßt das Gebiet zwischen Bingen und Landau. Die Preußen schlagen die Freiheitsbewegung nieder.

1794 Das Eckensteiner Feld dient als großes Heerlager - zuerst für österreichische, später für französische Truppen.

1796 Flucht des Großherzogs nach der Besetzung Karlsruhes durch franz. Truppen nach Ansbach.

1796 Badischer "Sonderfrieden von Straßburg" mit Frankreich.

1802 Eckenstein hat 751 Einwohner.

1803 Regensburger Reichsdeputationshauptschluß: Der Reichstag beschließt die Säkularisierung der Kirchen und Mediatisierung (= Eingliederung) der reichsfreien Städte. Baden wird Kurfürstentum (bisher Markgrafschaft).

1803 Johann Peter Hebel wird als Zensor von Markgraf Carl Friedrich eingesetzt.

1806 Beginn der Planungen für die Rheinkorrektur; Ende ca. 1856

1806 Rheinbund: das Land Baden entsteht. Napoleon wird "Schutzherr" des Rheinbunds.

1806 Krönung des Markgrafs Karl Wilhelm zum Großherzog in Paris.

1807 Die Einführung des Badisches Landrechts (nach dem französischen Code Civil) führt zur Vereinheitlichung des Rechtswesens und bringt eine Abkehr vom reinen Urteilsrecht.

1808 Der Hafen von Schroeckh erhält wie Mannheim und Neufreistett/Kehl die wirtschaftliche Berechtigung zur "Ein- und Ausladestelle am badischen Ufer" (= erweiterte Hafenlizenz).

1809 Schroeckh hat 347 Einwohner.

1809 Dynastische Probleme im Haus Baden. Der Großherzog heiratet die unstandesgemäße Gräfin von Hochberg und ändert die Erbfolge.

1817 Mysteriöse Todesfälle im Haus Baden: 4 Thronberechtigte sterben innerhalb von 6 Jahren unter unklaren Umständen. Anfangspunkt der Legende um Kaspar Hauser als legitimer Sohn von Großherzog Karl (1998 durch den genetischen Fingerabdruck widerlegt).

1811 Karl wird Großherzog.

1812 Verlegung des Hafens von Schroeckh infolge der Rheinkorrektur an den jetzigen Ort.

1815 Der Deutscher Bund ("Staatenbund") wird im Juni mit 35 Einzelstaaten und 4 freien Reichsstädten gegründet.

1815-1820 Wiener Kongreß. Ergebnis: die neu geschaffenen politischen Strukturen werden bestätigt.

1816 Hungersnot in unserer Gemeinde durch Mißernten, Regen, Nässe, Kälte, Sturmwetter, Hagel. Verheerende Hochwasserschäden in Eckenstein und Schroeckh.

1818 Rheinkorrektur: Am 20. Januar erfolgte im Gebiet von Eggenstein und Schroeckh unter Regie des Gemeindevogts Neck der Rheindurchstich. Dies wurde mit einem zweitägigen Fest begangen.

1818 Bau des Lagerhauses und des Schiffskrans in Schroeckh.

1818 Die Badische Verfassung wird verabschiedet: Das Parlament besteht aus der 1.
Kammer (Adel) und der 2. Kammer, in die männliche Personen mit einem Steueraufkommen von mindestes 1.500 Gulden pro Jahr oder einem zu versteuernden Einkommen von 10.000 Gulden Abgeordnete wählen durften. Sie gilt als die freiheitlichste Verfassung in ganz Europa.

1818 Tod von Großherzog Karl. Markgraf Ludwig wird Großherzog.

1819 Karlsbader Beschlüsse nach Unruhen im Zusammenhang mit der Ermordung des Theater-Dichters August von Kotzebue durch den Theologiestudenten Karl Ludwig Sand: Die Zensur wird verschärft. Schaffung eines Geheimdienstes mit Sitz in Mainz nach Plänen von Metternich. Verfolgung und Unterdrückung liberaler Ideen.

1819 Hep-Hep-Aufstände in Baden: Ausschreitungen gegen Juden in Heidelberg, Karlsruhe, Mannheim, Bruchsal und Bühl.

1820 Bau des Ständehauses in Karlsruhe als das erste Parlamentsgebäude in Deutschland.

1821 Vereinigung der lutherischen und der reformierten Kirche in Baden.

1825 Das Polytechnikum Karlsruhe wird gegründet.

1825 Eggenstein hat 1051 Einwohner.

1827 Regelmäßige Fahrten auf dem Oberrhein des Dampfboots "Ludwig".

1828 Tulla stirbt.

1828 Kaspar Hauser taucht in Nürnberg auf.

1828 Ansehensverlust des badischen Fürstenhauses durch Intrigen und Korruption am Hof; "Pascha-Regiment" der Bürokraten.

1829 Schroeckh hat 543 Einwohner.

1830 Leopold wird Großherzog (Namensgeber von Leopoldshafen). Er gilt zunächst als Bürgerfreund und ernennt liberale Minister. Er ist der 1. Großherzog aus der Linie Hochberg und muß sich nach Gerüchten um Kaspar Hauser gegen Vorwürfe wehren, er würde unrechtmäßig regieren.

1830 Juli-Revolution in Frankreich.

1830-1850 126 Personen wandern aus Eckenstein aus - hauptsächlich nach Amerika.

1831 Das badische Parlament wird zum ersten Mal in Deutschland dem Publikum geöffnet, es gibt Zuschauerränge auf dem Balkon.

1831 Ab August 1831 erfolgt ein regelmäßiger Schiffahrtsverkehr von Mainz bis Schroeckh.

1831 Ausdehnung des Schiffahrtsdienstes bis nach Kehl und Straßburg.

1832 Das Hambacher Fest wird zu einem Signal für wirtschaftliche und politische Freiheiten.

1832 Die Karlsbader Beschlüsse vom 28. Juni 1832 sind die Gegenreaktion des Adels, der seine Vorrechte und wirtschaftliche Vormachtstellung gefährdet sieht. Die Idee der Freiheit wird bis zur 48er-Revolution mit Pressezensur und einem System von Spitzeln und Denunzianten unterdrückt. Sitz des zentralen Geheimdienstes für die Gebiete des Deutschen Bundes ist Mainz.

1832 Eine Schiffsmühle wird bei Knielingen im Rhein verankert. Das fließende Wasser treibt die Mühle an.

1833 Am 31. März verleiht Großherzog Leopold von Baden der Gemeinde Schroeckh den Namen "Leopoldshafen".

1833 Eckenstein hat 1196 Einwohner.

1833 Karl Neck, Martin Dürr sowie Accisor Schnürer erhalten die staatliche Genehmigung, auf ihren Wiesen Ziegelöfen errichten zu dürfen.

1834 Einführung der Berufsschul-Pflicht in Baden.

1835 Beitritt Badens zum Zollverein im Mai.

1835 Das Gesuch des Dammwarts Neck auf Genehmigung einer Schiffsmühle bei Eggenstein wird abgelehnt.

1836 Kräftige Zunahme des Schiffsverkehrs. Direkte Verbindung von Köln bis Leopoldshafen. Reisezeit von Rotterdam bis Leopoldshafen: ca. 20 Tage. Zunahme des privaten Reiseverkehrs.

1837 In Waghäusel entsteht die erste badische Zuckerfabrik.

1837 Inbetriebnahme des Dampfschiffs "Großherzog Leopold von Baden" durch die großherzogliche Familie; große Feierlichkeiten in Leopoldshafen.

1838 Beschluß des Landtags zum Bau einer Eisenbahn in Baden. Danach zügiger Ausbau von Mannheim nach Basel (= Rheintalstrecke). Die Eisenbahn wird in der 48er-Revolution zu einem wichtigen strategischen Faktor sowohl für die Anhänger der freien Republik als auch für das Militär. Durch die Verlagerung des Gütertransports vom Wasser auf die Schiene verliert der Hafen von Leopoldshafen an Bedeutung.

1840 Errichtung der 1. Brücke über den Rhein bei Knielingen.

1842 Der Hafen von Maxau erhält den Status eines Freihafens. Er gewinnt immer mehr an Einfluß und schränkt die wirtschaftliche Bedeutung des Hafens von Leopoldshafen immer mehr ein.

1843 Erstes Mißtrauensvotum in der deutschen Parlamentsgeschichte: Die vom Volk gewählte 2. Kammer stimmt gegen den amtierenden Minister Blittersdorff.

1844 Unruhen in Schlesien; "Weberaufstände". Sie machen in ganz Deutschland erstmals auf die soziale Lage breiter Schichten der Bevölkerung aufmerksam.

1846-1847 Mißernten und große Hungersnot in ganz Baden.

1847 In Eggenstein wird wegen der Hungersnot eine Armenküche eingerichtet. In Leopoldshafen lehnt der Gemeinderat die Errichtung einer Suppenküche aus finanziellen Gründen ab. Erst auf massiven Druck der Regierung des Mittelrheinkreises wird eine "Armenspeisung" organisiert.

1847 Drei Fabriken-Krise: Der Badische Landtag gewährt erstmals finanzielle Hilfen für Privatfirmen (Spinnerei in Ettlingen, Zuckerfabrik Waghäusel und die Maschinenfabrik Kessler).

1848 Revolution in Paris am 24. Februar.

1848 Bürgerversammlungen in Karlsruhe und Mannheim fordern für Baden Pressefreiheit, Gewerbefreiheit, Gewissensfreiheit, unabhängige Gerichte, Reisefreiheit und ein deutsches Parlament.

1849 Am 4. Mai Baden übernimmt die in der Frankfurter Paulskirche verabschiedete Reichsverfassung.

1849 Massiver Militäreinsatz fördert die Neigung zur gewaltsamen Abschaffung des Adels.

1849 Leopoldshafen hat 679 Einwohner.

1849 Dem Aufruf der "republikanischen Volksvereine" und der "Landesvolksversammlung" zum bewaffneten Kampf schließen sich auch Bürger aus Eggenstein und Leopoldshafen an. Eggenstein wird Lagerplatz für die aufständischen Truppen und später für die preußischen Truppen (siehe Sondertafeln über die Ereignisse 1848).

1850 Erster nachweisbarer Spargelanbau in Eggenstein. Abnehmer ist der Großherzogliche Hof.

1852 Eggenstein hat 1399 Einwohner.

1852 Friedrich I wird Großherzog. Der Kriegszustand zur Unterdrückung der 48er-Revolution wird formell aufgehoben. Die Aufständischen werden amnestiert. Die preußischen Besatzungsoldaten ziehen ab.

1853 Fertigstellung der Kirche in Leopoldshafen.

1862-1865 Der Freihafen von Maxau wird zum offiziellen Hafen von Karlsruhe ausgebaut. Dadurch weiterer Rückgang beim Güteraufkommen im Hafen von Leopoldshafen.

1864 In Eggenstein wird die Feuerwehr gegründet.

1865 Genehmigung einer Freiwilligen Feuerwehr durch das Ministerium des Innern in Karlsruhe für den Ort Leopoldshafen.

1866 Im Krieg Deutschland-Österreich sind Eggensteiner bei der "Badischen Division".

1870 Die Bahnlinie Karlsruhe-Mannheim wird in Betrieb genommen. Eggenstein erhält seinen Bahnhof.

1871 Am Feldzug 1870-71 gegen Frankreich nehmen 36 Soldaten und 11 Landwehrmänner aus Eggenstein sowie insgesamt 26 Leopoldshafener teil.

1871 Reichsgründung.

1874 Leopoldshafen wird auf massives Drängen des Gemeinderats an das Eisenbahnnetz angeschlossen,

1875 wird das Bahnhofsgebäude fertiggestellt. Der Bahnhof wird 1970 abgebrochen.

1875 Eggenstein hat 1623, Leopoldshafen 760 Einwohner.

1875 In Leopoldshafen wird die "Kleinkinderschule" in der Blumenstraße errichtet.

1887 Wilhelm Teuscher eröffnet die erste Gärtnerei in Eggenstein. Später bestehen bis zu 24 Gärtnereien. Eggenstein wird zum "Gärtnerdorf".

1895 Das schwarze Segelschiff mit blauem Segel, rotem Wimpel und einem rotgekleideten Mann am schwarzen Ruder wird das Wappen von Leopoldshafen.

1898 Am 18. März wird in Leopoldshafen der Gesangverein Fidelia in der Brauerei Schreiber (später Festhalle) gegründet.

1906 Gründung des "Turnvereins mit Spielabteilung Fußball" in Leopoldshafen.

1910 Eggenstein hat 2.368 Einwohner.

1914 Im 1. Weltkrieg sind etwa 600 Eggensteiner und 182 Leopoldshafener unter Waffen. Es sterben 96 Soldaten aus Eggenstein und 26 aus Leopoldshafen.

1919 Einführung des elektrischen Stromes in Eggenstein.

1920 Beginn der Installation der elektrischen Beleuchtungen Leopoldshafen.

1922 Gründung des Arbeitersport- und Radfahrvereins mit Fußballabteilung in Leopoldshafen. Der Verein wird im Dritten Reich verboten.

1925 Baubeginn der öffentlichen Wasserleitung und der Kanalisation in Eggenstein.

1925 Leopoldshafen hat 840 Einwohner.

1929 Der Rhein ist zugefroren. Es gibt zentimeterdickes Packeis und Schnee. Fastnacht wurde in Buden und Zelten auf dem Eis gefeiert.

1934 Der Reichsarbeitsdienst RAD rekrutiert ab 1934 rund 100 Personen beim Bau des Pfinzentlastungskanals; RAD-Lager in Eggenstein und Leopoldshafen.

1936 Gründung des ersten selbständigen Fußballvereins in Leopoldshafen.

1939 Beginn des 2. Weltkrieges: Eggenstein ist Truppenlagerplatz. 10 Tote bei Bombenangriffen und Tieffliegerangriffen, 20 Häuser werden total zerstört und 124 leicht beschädigt. 142 zum Militär einberufene Eggensteiner werden für tot und 20 als vermißt erklärt. Bei 13 Luftangriffen gibt es 2 Tote.

3. 9. 1942 Die Royal Air Force fliegt ihren ersten Großangriff auf Karlsruhe. Im Zuge dieses Angriffs gibt es auch Verwüstungen in Eggenstein. Am

6. 9. 1943 wird ein Flugzeug mit 6 Mann über Hochstetten abgeschossen. Bombenangriffe der Briten hauptsächlich bei Nacht; "Verdunkelungsgebot".

1944 Ab Februar Luftangriffe der Amerikaner bei Tag wegen der besseren Treffsicherheit.

3. 4. 1945 Am Osterdienstag überqueren die Franzosen den Rhein und marschieren in Leopoldshafen ein. Eggenstein wird von den Franzosen besetzt. Die Pfinzbrücke war gesprengt. Von

Juli 1945 bis Neujahr 1946 wird der Ort amerikanische Besatzungszone.

1946 Eggenstein hat 3.183 Einwohner, davon 557 Heimatvertriebene und 154 Evakuierte. Leopoldshafen hat 1.002 Einwohner.

1956 Gründung der Kernreaktor Bau- und Betriebsgesellschaft Karlsruhe.

1956 Bau der öffentlichen Wasserleitung in Leopoldshafen.

1960 Leopoldshafen hat 1.851 Einwohner.

1962 Gründung des "Harmonikaspielrings 1962" in Leopoldshafen.

1964 Eggenstein hat 4.367 Einwohner.

1965 1. Leistungsschau Eggensteiner Betriebe.

1966 Altes Rathaus in Eggenstein wird abgerissen.

1967 Leopoldshafen hat 2.887 Einwohner.

1974 Die Fusion: Am 17. Mai vereinigen sich Eggenstein und Leopoldshafen zu einer Gemeinde.

1998 Die Gemeinde hat 14.580 Einwohner.

Erstellt von: Dr. Helmut Neck und Jürgen Haase

 

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